..ist mein Leben viel entspannter!
Vorweg, nicht nur, weil ich in Karenz bin!
Natürlich war es schwierig!
Gerade die ersten Wochen mit meiner Kleinen waren ehrlich gesagt ziemlich furchtbar. Ein kleines Wunder, dass man in Händen hält, so viele Bedürfnisse und ich als Mama, die keine Ahnung davon hatte, wie ich sie befriedigen sollte. Sie weinte viel, ließ sich oft kaum beruhigen, aß Anfangs schlecht, an Schlaf war nicht zu denken. Eine wahrliche Bewährungsprobe für meinen Mann und mich.
ABER, nachdem die Zeit vorüber war (ich wollte nie daran glauben ,dass das wirklich irgendwann so ist), wurde es von Tag zu Tag „besser“, eingespielter, liebevoller, verständnisvoller und vor allem, wurde das Leben als Mama lebenswerter!
Zu Beginn meines Mamaseins, dachte ich nicht im Traum daran, dass ich mein „neues“ Leben jemals so annehmen und um kein Geld der Welt mehr tauschen würde!
Die Zeit der Nähe.
In diesem Abschnitt fanden meine Tochter und ich zueinander. Viel Nähe, Körperkontakt, kuscheln und kennenlernen. Auf Grund der schwierigen ersten Wochen, kam diese Phase ein wenig später. An Intensität hat sie aber dadurch keineswegs verloren.
Hier fand ich erstmals Eckpunkte meiner neuen Rolle als Mama. Wenngleich hier auch noch nicht wirklich alles rund lief. Ich fand jeden Tag mehr über meine Kleine heraus, versuchte die Mama zu sein, die ich mir für mein kleines Wunder vorgestellt habe.
Die Zeit der Freiheit.
In diesen Wochen lernte ich, dass meine Kleine mich nicht rund um die Uhr benötigt. Zweifelsohne bin ich natürlich immer bei ihr, sie lernte aber auch alleine zu spielen, zu beobachten (und das macht sie wahnsinnig gerne), ihre Welt wahrzunehmen. Eine Zeit, in der ich mich zurücknehmen konnte, oft nicht wusste, wohin mit mir. Die wieder gewonnen „5-Minuten“ für mich, waren plötzlich fremd und ungewohnt. Oft für Haushalt genutzt, selten für mich.
Die Zeit des Lernens.
Gemeinsam mit meiner Kleinen verflochten wir beide immer mehr zu einer Einheit, einem eingespielten Team. Genau wissend, was meine Tochter braucht (zumindest sehr oft kann ich das genau sagen), agierend, abwartend, ob sie Situationen alleine bewältigt. Und in dieser Zeit begann mein Staunen. Staunen darüber, was dieses kleine perfekte Wesen schon alles schafft. Alleine, mit Hilfe, gemeinsam!
Für mich hieß es in dieser Zeit, genau herauszufinden, wann ich mich als Mama zurückhalte, mich zurücknehme und abwarte. Oder aber in die Situation gehe, meine Tochter beim Gelingen unterstütze.
Schwierig, oft misslungen, aber heute sage ich ganz klar:
„Ich spüre es, wenn sie Hilfe braucht!“
Und schlussendlich:
Die Zeit der Gemeinsamkeit.
Das ist jene Zeit, die uns jetzt langsam erreicht. Eine Zeit, in der meine Tochter schon so vieles gelernt und geleistet hat. Sie hat den Prozess des Essens verinnerlicht. Sie kann sich fortbewegen, ihr Radius hat sich somit erheblich vergrößert. Sie schafft es mittlerweile sich selbstständig aufzusetzen, ins Krabbeln zu kommen und erfreut sich so an ihrem Gelingen. Natürlich, gerade jetzt ist es oft so, dass ich sie bei ihrem Gelingen unterstütze, ihr Hilfestellung gebe, wenn sie in einer Situation nicht weiter weiß. Mittlerweile beginnt sie sie hochzuziehen, das sichere „Hinunterkommen“ ist ein langer Prozess, den wir gemeinsam erleben, durchstehen, Rückschläge gemeinsam verkraften und gemeinsam wieder aufstehen!

Ihr merkt, mittlerweile ist es ein gemeinsames Tun. Es ist nicht mehr so, dass meine Kleine und ich „nebeneinander“ leben (bitte euch, das richtig zu verstehen!), sondern ist es vielmehr ein gemeinsames Tempo, welches wir, nach fast einem Jahr, gefunden haben. Wir haben gelernt, dass wir, Kind und Mama (und natürlich auch der Papa), nur zusammen funktionieren, wenn wir uns aufeinander einlassen, uns aufeinander verlassen, gemeinsam wachsen und gemeinsam Möglichkeiten finden, immer wieder neue Situationen zu meistern.
Ihr seht, ich bin als Mama durch so einige Zeiten gegangen. Heute, sicherlich in dem Wissen, bei weitem noch nicht alle erlebt zu haben, kann ich mit Stolz sagen, dass mich meine Tochter reifer, erwachsener, ruhiger, weniger perfektionistisch und klarer in meinem Denken und Handeln gemacht hat. Heute kann ich sagen, dass ich mit ganzem Herzen Mama bin und ich mich auf jeden Fortschritt den meine Tochter und ich machen, freue.
Ich freue mich darauf, gemeinsam weiter zu wachsen, auch gemeinsam zu scheitern, gemeinsam wieder aufzustehen, sich gegenseitig Mut zu machen, gemeinsam über Fehler zu lachen und als kleine Familie gestärkt daraus hervorzugehen!
Meine Familie, das habe ich in dieser Zeit gelernt, geht nicht nur über alles, sondern ist jener fixe Bestandteil, der mich (und in Folge dessen meine Kleine und meinen Mann) ankommen lässt. In jenem Leben, das ich mir nie, auch nur halb so schön, erträumen hätte können.
Dieses kleine, perfekte Wesen macht meinen Mann und mich nicht nur zu so stolzen Eltern, sondern auch zu bewussteren Menschen!
Und mit diesen Gedanken lasse ich euch diesen Beitrag zu Ende lesen, hoffend, dass die ein oder andere Mama genau das selbe über sich und ihr Wunder sagen kann!
