Wenn man sich die Summe der Stunden vor Augen führt, klingt es erstaunlich lange, dabei fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen!

Gestern, als die Wehen einsetzten.
Gestern, als alles plötzlich so schnell ging und die Kleine das Licht der Welt erblickte.
Gestern, als mich (und auch meinen Mann) trotz der tollen Vorbereitungen, alles überrollte.
Gestern, als plötzlich nichts mehr so wichtig erschien, wie es noch ein paar Stunden davor gewesen war.
Gestern, als wir, gefühlt von jetzt auf gleich, Eltern wurden.
Ein Blick zurück:
Alles perfekt vorbereitet, mit der privaten Hebamme alles genau besprochen. Die Tage über dem Geburtstermin fühlten sich an wie Ewigkeiten. Ich wollte Mama sein, alles so schön und perfekt durchgeplant und durchdacht. Alles – alles bis auf die Realität.
Die Geburt – schwer aber machbar.
Die ersten paar Stunden nach der Geburt – TOLL, die Kleine war da, ich hatte meinen Körper wieder und war in meinen Wohlfühlklamotten in einem 2-Bett Zimmer sammt netter Zwillingsmama gelandet.
Dann, nach diesen ersten paar Stunden, begann die Realität.
Fernab aller Hormone, gelang das Stillen nicht (das weiß ich aber erst HEUTE!), meine Kleine hatte Hunger, schrie und ich sollte mich noch über den nett gemeinten Besuch freuen, obwohl ich meine Kleine mit meinem Mann gemeinsam einfach nur gerne kennengelernt hätte. Ich wusste nicht wie, was, wo, wann oder auch warum – irgendwie half alle Vorbereitung nichts. Die Mama die ich sein wollte, schaffte ich nicht zu sein. Warum? Auch deshalb, weil ich mir die Zeit dazu nicht gab. Keine Ruhe hatte, meine, unsere Ruhe zu finden. Keine Zeit zum Staunen, zum Bewundern unseres kleinen Wunders.
Ruhe, es heißt ja nicht umsonst „Wochenbett“ – man sollte die Zeit im Bett verbringen :)!
Heute, so wie es sicherlich allen Mamas und Papas geht, weiß ich so viel mehr!
Und dann ist es da, das JETZT!
Kurzum, heute würde ich die ersten Wochen komplett anders erleben wolle. Ich würde sie nämlich erleben wollen, nicht einfach nur funktionieren.
Was würde ich genau anders machen?
*Ich würde die Zeit im Bett verbringen, mit dem kleinen Wunder, und würde uns die Zeit lassen, uns als kleine Familie kennenzulernen!
*Ich würde den Haushalt einfach Haushalt sein lassen. Es geht einfach nicht so weiter wie davor. Diesen Anspruch hatte ich aber an mich.
*Ich würde Familie und Freunden klar sagen, dass ich mir Zeit nehmen möchte um sie zu sehen. ABER nur dann, wenn ich mich mit der Kleinen dafür bereit fühle, nur so lange, so lang es eben für uns passt und ich würde klar kommunizieren, dass ICH (wir) mich melde, wenn es eben an der Zeit ist.
*Ich würde mich mehr trauen, und auf mein Gefühl vertrauen.
*Ich würde mir zwar Blogbeiträge durchlesen, aber bei Gott nicht immer alles ausprobieren. Man kann auch vieles „Verschlimmbessern“. Gerade bei Koliken und einem schwierigen Beginn ins gemeinsame Leben.
*Ich würde nicht so starr an meinen Vorstellungen festhalten. Einen Plan zu haben ist super, allerdings würde ich heute nicht an meiner „Mama-Kompetenz“ zweifeln, wenn etwas eben nicht nach Plan läuft.
*Ich würde nur sehr wenige, sehr ausgewählte Tipps von bestimmten Menschen annehmen. Man merkt sehr schnell, wer es gut mit einem meint.
*Ich würde Routinen nicht mehr starr verfolgen. Ähnlich wie Pläne, sind eben auch Routinen etwas, das sich anpassen sollte. Leider bin ich aber eher der „starre“ Typ und meine private Hebamme hat mir hier auch klar zu Routinen geraten. Heute sehe ich es weitaus entspannter.
Ich sehe heute überhaupt vieles wesentlich entspannter!
*Ich würde mir weniger Gedanken machen, was Andere über mich und meine kleine Maus denken. Gedanken sind frei 🙂 – aber selbst heute fällt mir das in gewissen Situationen noch schwer.
*Ich würde klar und viel deutlicher sagen, was für mich und meine kleine Familie passt und Anderes, welches eben nicht nach unseren Vorstellungen ist, versuchen zu ändern!
Oben beschrieb ich euch bereits, warum ich den Beginn unserer so wertvollen Kennenlernzeit schwierig erlebte. Auch, was ich mit dem Wissen heute, anders, wahrscheinlich besser, machen würde. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten habe ich nicht das Gefühl, auf Grund dessen ein weniger inniges Verhältnis – also weniger Liebe – zwischen mir und meiner Tochter zu haben. Eher das Gegenteil!
Ich denke, dass uns dieser schwierige Beginn zu einem so innigen und liebevoll zusammenhaltenden Team, eigentlich einer Einheit, gemacht hat, die wir heute, natürlich mit Papa, sind! Wir haben es uns zwar gegenseitig ein wenig schwieriger gemacht, aber in jeder Hürde, liegt ja bekanntlich eine Chance.
Ich denke, wir haben sie genutzt!
Nach einem Jahr ein Fazit zu ziehen ist, als würde man eben auf all die Minuten zurücksehen und unterm Strich:
Oh Gott, es war anstrengend, nervenaufreibend, ermüdend, wundervoll, gefüllt mit Liebe, voll mit Erstaunen.
Und es hat mich zu einem geduldigeren, entspannteren, vorausschauenderen, gefühlvolleren und klarerem Menschen gemacht.
Traut euch Mama zu sein, durch und durch, auf euer Gefühl zu vertrauen und euch das zu erlauben, was euch und eurem Wunder gut tut. OHNE an die Anderen und deren Gedanken zu denken :)!









